Gerade sind in der Fotografiska im Tacheles, diesem Endstufe Kapitalismus (Un-)Ort, drei sehr tolle Austellungen von dem Werk von Anton Corbijn, Bruce Gilden und Lee Shulman zu sehen. Sehenswert, wie unterschiedlich eindringlich Portraitfotografie sein kann. Nachhaltig begeistert hat mich aber das The Anonymous Project rvon Lee Shulman, für das er rund eine Million Dias aus Nachlässen und Flohmärkten zusammengetragen und daraus eine der weltweit größten Privatarchive analoger Amateurfotografie begründet hat. Zu sehen sind daraus in No Place Like Home etwa 12.000 dieser Aufnahmen, die zu einer raumgreifenden Installation, einem nachgebildeten Haus, verdichtet sind. Besonders beeindruckt haben mich die Totems: turmhohe, hinterglasbeleuchtete Strukturen aus vielen, vielen Kodachrome Dias, vor denen man stundenlang in das vergangene Leben der Anderen eintauchen kann. Passend zu seiner Ausstellung ist Lee Shulmans Zitat gezeigt: The reason we take a photo ist to say "I love you, and I want to remember this momet".