Ältere Bilder


Der Nazi von Tusayan
Der Nazi von Tusayan
Tusayan, Arizona, 2019-07-13 Author: Andreas | Blende: f/9.0 | Belichtungszeit: 1/350

Wir haben also den Sonnenuntergang am Grand Canyon verbracht, das Farbenspiel der untergehenden Sonne auf den Felsen angeschaut und wurden langsam hungrig. Also schnell zurück mit dem Auto nach Tusayan, wo auch unser Hotel war. Wir suchten uns klassisch ein Steakhouse und sprachen über den langen Tag, das weite Fahren und die Faszination beim Betreten der Kante des Grand Canyon, als wir vom Nebentisch angesprochen worden sind. Wie sich rausstellte, hörte ein Schweizer, der mit seinen beiden Söhnen auf USA-Trip war, etwas mit und sprach uns an. So far so good, netter Smalltalk und dann der Schwenk auf unsere Bundeskanzlerin und ihre Entscheidungen während der Flüchtlingskrise 2015. Seinerseits Unverständnis (man müsse ja auch an die Schweiz denken, was soll passieren wenn die Flüchtlinge dahin gehen?!) und die üblichen rechten/AfD-„Argumente“. Unser freundlicher Hinweis, we agree to disagree und würden nun gerne weiter Essen half nichts. Er wollte seine beschränkte Weltsicht loswerden, und uns so den Abend versauen. Idioten gibt es leider überall, und man trifft sie auch überall. Im Nachhinein bin ich froh, dass wir ihm die Stirn geboten haben, in der Hoffnung seine Söhne haben uns gut zugehört und werden nicht so rassistisch-ignorant wie der Vater!

Grand Canyon
Grand Canyon
Mather Point, Grand Canyon, 2019-07-13 Author: Andreas | Blende: f/10.0 | Belichtungszeit: 1/400

Nun sind wir wie bereits erwähnt stundenlang von Las Vegas gefahren, und je näher wir laut Navi Tusayan kamen, desto eintöniger wurde es. Man erwartet ja was super beeindruckendes, da der Grand Canyon aber nach unten geht, ist er anders als beeindrucke Gebirge nicht am Horizont zu sehen. Wir kamen dann endlich nachmittags in Tusayan an, checkten schnell ein und machten uns auf den Weg zum Grand Canyon Visitor Center am südlichen Ende. Typisch amerikanisch fährt man mit dem Auto fast bis zur Kante des Grand Canyons. Nur aussteigen, 30 m zu Fuss gehen und staunen. Ich habe noch nie so viel Weite auf ein Mal gesehen. Es war ein gigantischer, überwältigender Anblick. Wir hatten etwas Zeit eingeplant um bis zum Mather Point zu laufen und während des späten Nachmittags auf die untergehende Sonne zu warten. Der Grand Canyon wechselte also mit sinkendem Sonnenstand stetig seine Farbe zu immer kräftigerem Rot. Wir haben dann einen der herllichsten Sonnenuntergänge gesehen, den ich bisher erlebt habe.

Viel Weite
Viel Weite
Interstate 40: Zwischen Las Vegas und dem Grand Canyon, 2019-07-13 Author: Andreas | Blende: f/8.0 | Belichtungszeit: 1/420

Zwischen uns un dem Grand Canyon lagen knappe 300 Meilen. Nach dem Gefühl, dass uns Las Vegas irgendwie alle enttäuscht hat, hatten wir die Hoffnung, dass der Grand Canyon nun so wird, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Wenngleich das mit dem Vorstellen bei etwas wie dem Grand Canyon fast unmöglich ist. Wie soll man sich etwas vorstellen, was man noch nicht einmal annähernd so gesehen hat. Nach der eindrucksvollen Landschaft im Yosemite Nationalpark waren wir nun also super gespannt, wie es wohl am Grand Canyon ist, erwarteten wir Großes! Hatten allerdings noch etwas mehr als 4 Stunden im Auto durch sehr eintönige Landschaft vor uns. Zu sehen war ausser sehr viel Weite, die gelegentlich durch kleine Orte mit Tankstellen gestört worden ist, nicht viel. Inbesondere die letzten 1,5 Stunden zum Grand Canyon waren extrem monoton. Fast ausschließlich ging die Straße geradeaus, es war topfeben, keine Felse oder Berge am Horizont und links und rechts nur kleine Sträucher. Und wir fragten uns langsam, ob sich dieses stundelange rumgegurke in der Landschaft denn überhaupt lohnt.

Viva Las Vegas
Viva Las Vegas
Las Vegas, Nevada, 2019-07-13 Author: Andreas | Blende: f/3.6 | Belichtungszeit: 1/2500

Nichts zu sehen außer Sand, Sträucher und Felsen in der Ferne, die Straße verläuft schnurgerade und macht höchstens alle 35 min mal eine kleine Kurve. Dabei zeigt das Thermometer 118 °F (48 °C). So ist die Fahrt durchs Death Valley. Unspektakulär langweilig dank Klimaanalge und ausreichend Wasser im Falle einer Panne. Mussten wir aber durch um zum nächsten Ziel, der einzigen Enttäuschung (da waren wir drei uns einig) der Reise zu kommen. Las Vegas. Und ich hatte mich noch so gefreut, die ganze Fahrt seit San Francisco gescherzt, dass wir beim Überqueren der Stadtgrenze unbedingt Elvis (Viva Las Vegas) hören müssen. Es ist einfach nur laut und voll, alles wirkt leicht angeranzt und ich habe die Casinos als wenig einladend zum Verweilen oder gar spielen empfunden. Ich hätte, glaube ich, gerne eine Runde Roulette gespielt, aber beim Anblick der Anwesenden, der ausgetretenen Teppiche und der generell Ballermann-touristischen Atmosphäre kam bei mir keinerlei Lust zum Spielen auf. Das Flair einer Spielbank, ich glaube mondän ist das richtige Adjektiv, das meine Erwartung wiederspiegelt, herrscht hier nicht.
 Zumindest hat sich mir der Charme nicht präsentiert. Oder ich war noch nicht bereit. Oder was weiß ich. Als wir dann am nächsten Morgen rausgefahren sind, mit dem Ziel Grand Canyon, hielten wir noch vor dem weltbekannten Las Vegas Zeichen. Und naja, was soll ich sagen, auch hier war ohne jeglichen Charme einfach nur touristisch Schlange stehen fürs Selfie angesagt.

Are you into Gouda cheese?
Are you into Gouda cheese?
Zwei Autostunden östlich von Mammoth Lakes, Nevada, 2019-07-12 Author: Andreas | Blende: f/18.0 | Belichtungszeit: 1/500

Zwischen diesem und dem vorigen Bild liegen 2 Tage, etwa 400 Meilen und ein super leckerer Burger in Mammoth Lakes, östlich des Yosemite Nationalparks. Der Yosemite Nationalpark war atemberaubend schön, auch wenn wir "nur" einmal durchgefahren sind. Leider hat man gemerkt, dass gerade Ferienzeit ist, denn die Nationalparks sind äußerst voll, wir standen sogar im Yosemite Nationalpark im Stau!…Vom Westen kommend sind wir einmal quer durch den Nationalpark, haben Fotos gemacht, den Blick auf den Half Dome bestaunt und bis zum Osten nach Mammoth Lakes, Ort unserer Unterkunft, gefahren. Äußerst hungrig fragten wir bei Check-In wo es denn was leckeres zu Essen gäbe und uns wurde prompt, nach der Rückfrage ob wir denn into Gouda cheese seien, ein amazing and fantastic Burger angespriesen. Typisch amerikanisch, es ist ja wirklich alles amazing, wonderful oder fantastic. Aber long story short, der Burger war der Hammer, wir waren glücklich ob der Eindrücke aus der Natur, dem leckeren Essens und dass wir unsere erste große Etappe so gut gemeistert hatten. Am nächsten Morgen dann fuhren wir los mit Richtung Las Vegas. Irgendwo, etwa Zwei Stunden nach Abfahrt ist dieses Foto entstanden. Unser Auto für den Roadtrip.

Strafzettel I
Strafzettel I
Sausalito, Kalifornien, 2019-07-12 Author: Andreas | Blende: f/2.8 | Belichtungszeit: 1/60

Es ging also endlich am Freitag nach der Messe los mit unserem 1629 Meilen (2622 km) langen Roadtrip. Der erste Stopp war die unvermeidliche, aber dennoch beeindruckende Golden Gate Bridge (siehe erster Post). Wegen des ganzen Fotografierens wurden wir hungrig und sind in das nahe gelegene Sausalito gefahren. Schnell geparkt, Geld für 2 Stunden in die Parkuhr geworfen und super lecker mexikanisch im Salsalito Taco Shop gegessen. Danach sind wir noch zum Pier um den Blick auf die Golden Gate Bridge und San Francisco zu genießen. Wir haben dabei ein wenig die Zeit aus den Augen verloren, sodass unsere Parkuhr bereits abgelaufen war, als wir auf dem Rückweg waren. Wir beeilten uns dann zum Auto zu kommen, als eine Kontrolleurin in einem Golfcart an uns vorbei fuhr. Naiv wie wir sind, dachten wir, sie hätte bei unserem Parkplatz noch nicht kontrolliert. Was wir nicht wussten, die Parkuhren habe eine kleine LED, die sofort nach Ablauf der Zeit auf rot springt, sodass die vorbeifahrende Kontrolleurin umgehend sieht, was Phase ist. Nun ja, falsch Parken in den Staaten ist nicht so ganz günstig. Unser erster (und nicht einziger!) Parkzettel belief sich auf 45 Dollar....

Ist der Lack schon ab?
Ist der Lack schon ab?
The Homemade Italian, 716 Columbus Ave, San Francisco, 2019-07-09 Author: Andreas | Blende: f/10.0 | Belichtungszeit: 1/500

Nach den ersten doch etwas irritierenden Eindrücken (z.B. die Obsession für Sportkleidung in jeglicher Lebenslage oder der healthy-jeden-Tag-joggen Lifesytle der etwas Wohlhabenderen) habe ich mich in San Francisco irgendwie reingegrooved und wohl gefühlt. Und trotzdem blieb zunächst folgender EIndruck: der Stern dieses Landes ist schon längere Zeit am erblassen. Der öffentliche Nahverkehr (in San Francisco gibt es zumindest einen) hat schon bessere Tagen gesehen, und das Land lässt eine ganze Menge Leute links und rechts am Rande der Gesellschaft liegen. Es ist ja bekanntlich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wenn man dann aber immer wieder Menschen sieht, die offensichtlich obdachlos sind, wahlos umherschreien oder vor sich hin Murmeln oder aber sich in irgendeinem Eingang einen Schuss setzten, fragt man sich schon, was das über eine Gesellschaft aussagt. Obwohl ich diesen Gegensatz zwischen Arm und Reich so stark nicht erwartet hätte, war ich doch überrascht, dass die Konsequenzen einer fehlenden Sozialpolitik (immerhin gibt es ja mittlerwiele für die meisten seit Präsident Obama eine Gesundheitsversorgung) so stark zu sehen sind. Natürlich ist dieses das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, man kann es vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen, was einem auch immer wieder alle erzählen. Man kann – die Kehrseite dieser jeder kann alles schaffen Mentalität- allerdings auch ziemlich abrutschen, hier fängt einen nichts auf.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten
Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten
Golden Gate Bridge, San Francisco, 2019-07-12 Author: Andreas | Blende: f/11.0 | Belichtungszeit: 1/400

Im Juli letzten Jahres durfte ich zum ersten Mal in die Vereinigten Staten von Amerika reisen. Nach zwei Wochen in den USA, einer Woche arbeitend auf der SEMICON WEST Messe in San Francisco und einer Woche reisend, Roadtrip von San Francisco über Sausalito, Richmond, den Yosemite Nationalpark, Las Vegas, dem Grand Canyon, Palm Springs und Los Angeles,
 hatte ich den Kopf randvoll gefüllt mit Eindrücken. Auch wenn mittlerweile mehr als ein halbes Jahr seit Enstehen der BIlder vergangen ist, die Eindrücke sind so bleibend gewesen, dass ich sie hier nun teile. Nach 5 Tagen Messe konnten wir es kaum erwarten ins Auto zu steigen und los zu fahren. Weit sind wir allerdings nicht gekommen da wir natuerlich, gerade raus aus San Francisco über die Golden Gate Bridge, sofort auf dem zugehörigen Parkplatz halt machen und das obligatorische Foto machen mussten!


frisch-entwickelt »